“Ich bin kein Serienmörder” oder Wenn Bücher verwirren

Ich habe den Thriller “Ich bin kein Serienmörder” von Dan Wells gekauft, weil ich mir der Name des Autors bekannt vorkam, ich war der festen Überzeugung, schonmal ein Buch von ihm gelesen zu haben. Fragt mich jetzt bitte nicht, wie das Buch hieß, oder um was es ging. Aber es geht ja hier um besagtes Buch aus dem Titel dieses Beitrags.

Ich habe es vor allem deswegen gekauft, weil ich den Blickwinkel interessant fand. Laut der Beschreibung auf der Rückseite geht es um einen Jungen, der weiß, dass er wahrscheinlich irgendwann zum (Serien-)Mörder werden wird, wogegen er ankämpft, weil er nicht so sein will. Ich habe schon einiges an Geschichten und Literatur über Serienmörder gelesen und fand es schon in der Serie und den Büchern um Dexter Morgan (Die Serie heißt schlicht “Dexter”; das erste Buch der Reihe heißt im Original “Darkly Dreaming Dexter”, auf Deutsch “Des Todes dunkler Bruder”) spannend, die Geschichte aus dieser Perspektive zu beobachten. Da es hier noch um jemanden gehen zu schien, der dem Drang zu töten, seinem inneren Monster, wie immer man es nennen möchte, nicht nachgeben möchte, fand ich es doppelt spannend. Ich war gespannt darauf, wie der Autor es schaffen würde, diesen inneren Kampf darzustellen.

Zu Beginn des Buches fand ich es schwierig, einen Zugang zum Buch zu finden. Aber das mag einer persönlichen Abneigung meinerseits gegenüber Ich-Erzählern geschuldet sein. Wenn ich mich in so einem Fall mit der Figur nicht sofort identifizieren kann oder sie mir nicht auf Anhieb sympathisch ist und ich mich bereitwillig in sie hineinfühle, ist das Buch für mich quasi schon verloren. Schwierig in diesem Fall alleine schon, weil ich nunmal keine mörderischen Tendenzen verspüre. Nach einer Weile aber fing ich an, immer gespannter an den Buchstaben zu hängen.

In der Stadt, in der John, der Protagnist, wohnt, kommt es zu einigen brutalen Morden, die natürlich seine Neugier wecken, ist er doch von jeher von Serienmördern fasziniert. Er versucht, auf eigene Faust etwas herauszufinden, was ihm auch gelingt. Ab dem Zeitpunkt wird das Buch für mich richtig problematisch. Als ich las, dass dem Mörder, den John gerade beobachtet, Klauen und Zähne wachsen… Ich schlug entsetzt das Buch zu. (Bitte nicht falsch verstehen: Ich liebe Fantasy. Ich mag Geschichten aller Art, die etwas mit dem Übernatürlichen zu tun haben. Aber wenn ich gerade einen Thriller lese, der sich damit beschäftigen soll, dass jemand nicht zum Serienmörder werden möchte… Ich war gerade nicht in der Stimmung für Dämonen und Werwölfe etc. Ich wollte einen normalen Thriller lesen. In so einen gehören für mich keine übernatürlichen Killer!) Nach dem ersten Schock hoffte ich zuerst, mich doch vielleicht verlesen zu haben. Ich las die entsprechende Stelle nochmal und… nein, ich hatte mich nicht verlesen. Ich widerstand dem Drang, das Buch ungelesen wieder ins Regal zu stellen, in der Hoffnung, dass es am Ende vielleicht doch noch eine normale Erklärung geben würde. Ein Traum, Wahnvorstellungen… Es gibt einige Möglichkeiten, die ich als “befriedigend” in Betracht gezogen hätte. Keine davon erwies sich als zutreffend. Der Killer war ein Dämon und John sorgt dafür, dass er nicht mehr töten kann. Zu einem hohen Preis, denn sein eigenes Monster lässt sich, einmal hervorgelassen, nicht mehr einsperren und er muss nun damit leben, denn eigentlich will er keinem etwas antun und weiß, dass es falsch wäre.

Alles in allem… Ja, das Buch ist relativ gut lesbar. Aber wer hier einen normalen Thriller erwartet, der hat mit diesem Buch daneben gegriffen. Wer sich auf die Erzählperspektive und das Übernatürliche einlassen kann, der kann durchaus seinen Spaß an diesem Werk finden. Für mich… 3 von 5 Sternchen.

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