“Stimmen” von Ursula Poznanski

Bücher von Ursula Poznanski lohnen sich eigentlich immer. Mein erstes Buch von ihr war “Saeculum”, das erste (und bisher einzige) Buch, bei dem ich jemals wirklich Angst hatte, weiterzulesen. Gleichzeitig war es auch ein Buch, das man nicht aus der Hand legen wollte. Seitdem habe ich “Erebos” und “Fünf” gelesen und die restlichen Bücher sind fest eingeplant.

Ich hatte “Stimmen” schon länger auf der “Muss ich lesen” Liste. Als ich nun unterwegs kein Lesefutter meht hatte und verzweifelt in der wohl am schlechtesten sortierten Buchhandlung, die ich je betreten habe, stand, fiel mir ein einziges Buch ins Auge. Ihr könnt euch denken, welches. Ich fackelte nicht lange und nahm es mit. Unnötig zu sagen, dass das Lesefutter schnell aufgebraucht war, denn das Buch konnte ich nur schwerlich aus der Hand legen.

Es handelt sich um den dritten Beatrice Kaspary- Krimi, wobei das Buch auch sehr gut zu lesen ist, wenn man die ersten beiden nicht gelesen hat. (“Fünf” ist der erste, “Blinde Vögel”, den ich mir ganz dringend noch zulegen muss, der zweite). Bea wird zu einem Mord in einer Psychiatrie gerufen. Alleine das Setting verspricht einen interessanten Fall, denn viele der Patienten leben in ihrer eigenen Welt, sind durch die erfahrenen Traumata durcheinander und dementsprechend sehen die Aussagen aus und ist das Umfeld der Ermittlungen. Um nicht zu viele Spoiler einzubauen, sei über den weiteren Verlauf nur so viel gesagt: Es bleibt nicht bei einem Toten und eine Person, die nicht spricht und auch sonst so gut wie nicht kommuniziert ist von großem Interesse. Der Fall bleibt bis zuletzt spannend, ich zumindest hatte den Mörder nicht im Visier.

Aber nicht nur der Fall und die spannende Schilderung machen dieses Buch so gut. Man ist sehr nah an Bea dran, fühlt mit ihr. Schon im ersten Band gab es die Thematik der Schuldgefühle einer arbeitenden, alleinerziehenden Mutter, die natürlich auch in diesem Buch wieder zur Sprache kommt, ebenso wie der Streit mit dem Kindervater. Man möchte mit Bea weinen und kann ihre Verzweiflung vollkommen nachvollziehen, man hasst Achim ebenso wie sie. Aber man freut sich auch mit ihr über ihr Glück.

Von mir bekommt dieses Buch 5 von 5 Sternchen. Großartiges, spannendes und kurzweiliges Lesevergnügen.

(PS: In der Danksagung spricht Ursula Poznanski an, dass sie öfter liest, dass viele beim Lesen mit den Danksagungen anfangen. Ich persönlich fange ein Buch ja vorne an und höre hinten auf zu lesen. Ich kenne aber auch Menschen, die lesen bei einem Buch erstmal die letzten Seiten… Was lest ihr bei einem Buch zuerst?)

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