“Die rote Königin” von Victoria Aveyard

Es heißt immer “Don’t judge a book by its cover” und ich habe schon einige Male am eigenen Leibe erfahren müssen, dass das Buch nicht hielt, was das Cover versprach. Aber zugeben müssen wir es alle: was uns als allererstes auffällt, ist das Cover. Spricht es uns an, nehmen wir das Buch in die Hand. Ist das Cover nicht ansprechend, ist die Wahrscheinlichkeit dafür viel geringer. Was mich zu diesem Buch brachte, war eben das Cover. Ich wurde neugierig, die silbern und rote gehaltene Farbwahl sprach mich an, also las ich mir durch, worum es ging.

Es geht um ein Mädchen, das als Rote geboren wird, aber magische Kräfte besitzt, die eigentlich den Silbernen vorbehalten sind. Sie wird versteckt, ausgegeben als Findelkind. Angeblich Tochter zweier verstorbener Silberner und als Findelkind unerkannt bei Roten aufgewachsen, jetzt verlobt mit dem Bruder des Kronprinzen. Die junge Frau muss sich am Hof einleben, ständig in der Furcht, entdeckt zu werden.

Zuerst war ich skeptisch, habe mich aber dann doch für dieses Buch entschieden. Die Figuren erinnerten mich persönlich zu Beginn sehr an diejenigen aus “The Selection” von Kiera Cass. Allerdings ist hier der Fantasyanteil um einiges höher und gegen Ende weicht es doch recht stark von Cass’ Charakteren ab. Zudem sind die Charaktere für mich nicht sehr eingängig und ich kann mich an keinen Namen mehr so wirklich erinnern.

Im Grunde besteht eine zweigeteilte Gesellschaft: Die Roten. Menschen wie du und ich, durch deren Adern rotes Blut fließt und die, so sie keine andere Arbeit finden, eingezogen werden und an der Front eines mittlerweile seit 100 Jahren andauernden Krieges kämpfen müssen. Die Silbernen. Die oberen Schichten der Gesellschaft, durch deren Adern silbernes Blut fließt und die magische Fähigkeiten haben, je nach Familie, entweder sehr stark sind, sehr schnell, Wasser oder Feuer kontrollieren können, Gedanken lesen, etc. Die Roten sind alle unzufrieden, den Silbernen ist es egal und natürlich formt sich unter den Roten eine Widerstandsbewegung. Soweit, so gut. Unsere weibliche Hauptfigur ist eine Rote, eine Taschendiebin, die sonst keine Arbeit erhält und somit fürchten muss, eingezogen zu werden. Ein schicksalhaftes Zusammentreffen verschafft ihr eine Anstellung im Palast, wo sie bei dem Wettbewerb, bei dem die Braut des Kronprinzen gekürt wird, plötzlich magische Fähigkeiten zeigt. Jetzt geht alles sehr schnell, sie wird als verschollene Tochter eines hochrangigen Silbernen ausgegeben, mit dem Bruder des Kronprinzen verlobt und muss von nun an im Palast leben. Die kleine Blitzwerferin, wie sie von vielen genannt wird, schließt sich der Revolution an, ihr Verlobter an ihrer Seite.

Das Ende des Buches hat mich überrascht, denn es lässt einiges offen. Im Nachhinein gar kein schlechtes Ende, da so der Leser nicht wirklich Abschied nehmen muss. Ich habe mich, zugegeben, noch nicht erkundigt, aber ich könnte mir auch vorstellen, dass darauf ein zweiter Teil aufgebaut werden wird. Aber auch als einzelnes Buch kann es gut funktionieren. Vom Schreibstil her gefiel mir das Buch nicht ganz so gut. Wenn ein Buch gut geschrieben ist, entwickelt sich beim Lesen eine Art Sog, die den Blick auf den Seiten hält, einen die Zeit vergessen und den Leser vollständig in die Geschehnisse eintauchen lässt. Das war bei diesem Buch nur bedingt der Fall. Wobei da auch wieder Frage im Raum steht, ob das nicht vielleicht an der Übersetzung liegen könnte. Denn alleine die deutschen Begriffe für die verschiedenen Fähigkeiten waren wenig einfallsreich (Starkarm ist so ein Beispiel, Magnetor ein weiteres). Ich werde bei Gelegenheit auf jeden Fall einen kurzen Blick in die englische Originalausgabe werfen.

Insgesamt durchaus lesenswert, aber nicht überragend. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternchen.

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