Die Anatomie des Erwachens von Eleanor Catton

Dieses Buch sprach mich vor allem durch das Cover an, mit dem die deutsche Erstausgabe geziert ist. Leider handelt es sich hierbei um einen klaren Fall von Don’t judge a book by its cover.

In diesem Buch geht es laut Klappentext darum, dass eine siebzehnjährige Schülerin eine Affäre mit ihrem Musiklehrer hat und wie ihre Freundinnen dadurch die “Macht ihrer Weiblichkeit” entdecken. In einer Schauspielschule wird über den Fall ein Stück aufgeführt. Klang für mich nach einem Buch, dass durchaus zu fesseln verstehen könnte. Wie falsch ich damit lag, merkte ich schon zu Beginn des Buches.

Ein Großteil der Handlung spielt im Musikunterricht einer Namenslosen Musiklehrerin, die immer nur als “Die Saxophonlehrerin” bezeichnet wird, andere Teile spielen in der Schule, wo sich die Affäre anbahnte und in einer Schauspielschule, die neben dem Musikstudio liegt. Es fällt schwer, sich den Charakteren zu öffnen, denn durch den Schreibstil bleiben sie stets auf Distanz. Jedes Mal, wenn ein Name fällt, muss man aufs Neue überlegen, ob man ihn schon kennen muss und wer das nochmal war, vor allem bei den Schülerinnen der Saxophonlehrerin. Denn die werden meist aus der Perspektive der Lehrerin beschrieben und die sieht ihre Schülerinnen wohl teilweise einfach nur als Rollen in einem Theaterstück, denn öfter fallen Sätze wie “Das Mädchen, das Bridget spielen sollte, rückte an die Stelle der Isolde.” oder so ähnlich.

Kaum denkt man, man könnte so langsam einen Überblick bekommen, springt das Szenario von der Musikschule zur Schauspielschule. Hier treffen wir auf die einzige Person, der ich überhaupt irgendetwas abgewinnen könnte: Stanley.

Gegen Ende wird das Buch ein klein wenig leichter zu lesen, aber diverse Zeitsprünge, die teilweise mitten im Kapitel völlig überraschend auftauchen, und Lücken in der Geschichte machen das Buch sehr anstrengend, sowie es auch der gesamte Schreibstil der Autorin tut.

 

Was hätte ein tolles Buch über das Erwachen der Sexualität bei jungen Menschen sein können, ist leider anstrengend zu lesen, die Charaktere bedeuten dem Leser nichts, man ist nicht einmal berührt, wenn eine der Schülerinnen stirbt. Alles in allem kein Buch, das ich so schnell noch einmal lesen wollen würde.

 

Ich vergebe 1,5 von 5 möglichen Goldsternchen.

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