Der kleine Prinz

Was man in der Vorweihnachtszeit nicht alles tut, um der Familie eine Freude zu machen. Meine schleifte mich in einen Film, den ich eigentlich gar nicht sehen wollte- Der kleine Prinz. Mich hat schon das, was ich vom Buch kannte, nie wirklich gereizt (ja, nennt mich Banause, aber wahrscheinlich war es einfach nicht die richtige Zeit für mich, mittlerweile habe ich richtig Lust, mir das Buch mal zu Gemüte zu führen) und als ich dann den Trailer sah, weckte es nicht gerade mein Interesse und ich stellte mich auf zwei Stunden Langeweile im Kino ein. Wie falsch ich doch liegen sollte…

 

Im Film geht um ein kleines Mädchen, das unbedingt auf eine bestimmte Schule, die Werth Academy, will/soll. Als aber das Vorstellungsgespräch nicht gut läuft, kauft die Mutter kurzerhand ein Haus im zuständigen Distrikt, sodass sie genommen werden muss. Das Haus ist besonders günstig und natürlich kommt dieser günstige Preis mit einem “Haken”. Nebenan wohnt ein alter Mann, der so gar nicht in diese Nachbarschaft passt und das auch gar nicht will. Das Mädchen, das eigentlich über die Sommerferien für die Schule lernen soll, freundet sich mit ihm an und er erzählt ihr die Geschichte vom kleinen Prinzen. Bei ihm handelt es sich um den Piloten, den der kleine Prinz in der Wüste darum bat, ihm ein Schaf zu malen.

Mein erster Gedanke war: “Oh mein Gott, da ist alles so farblos und eintönig, alles durchgeplant…” und dieser Gedanke schrie immer lauter in meinem Kopf, als die Mutter den Lebenplan für ihr Kind aufstellt. Minute für Minute durchgeplant und sogar die Geburtstaggeschenke sind auf Erfolg in der Schule ausgerichtet. Selbst das Kinderzimmer war eintönig grau und eigentlich wollte ich der Leinwand nur “Lass das Kind einfach mal Kind sein!” entgegenbrüllen. Irgendwann betritt das kleine Mädchen den Garten des alten Mannes nebenan und es ist, als wäre man in einer völlig anderen Welt. Alles ist bunt, durcheinander… Man merkt, dass hier gelebt und nicht einfach nur funktioniert wird.

Als zum ersten Mal der berühmte Satz fällt: “Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für Augen unsichtbar.” fließt bei mir schon die erste Träne, so sehr nimmt mich der Film mit. Wie es so kommen muss, findet die Mutter irgendwann heraus, dass ihre Tochter die Ferien damit verbracht hat, ein Kind zu sein und verbietet ihr, den alten Mann wieder zu treffen. Wieder ein Tränchen. Den Rest des Sommers wird dann tatsächlich am Lebensplan gearbeitet. Bis das Mädchen mit ihrer Mutter nach Hause kommt und einen Krankenwagen vor dem Haus des alten Mannes sieht. Da vorher schon in einer herzzerreißenden Szene über das “Loslassen” gesprochen wurde und wie ein Verstorbener trotzdem immer bei einem bleibt, musste hier wieder ein Taschentuch her. Das Mädchen wird im Krankenhaus nicht zu ihm vorgelassen und es beschließt, dass der alte Mann den kleinen Prinzen jetzt mehr braucht als je zuvor und macht sich mit dem alten Flugzeug, an dem der Pilot in seinem Garten gebastelt hat, auf die Suche nach ihm.

Sie findet den Prinzen. Doch der nennt sich jetzt Herr Prinz und hat leider alles vergessen. Er weiß nicht mehr, wie es ist, ein Kind zu sein, hat den Piloten, seine Rose, seinen Fuchs und die Schlange vergessen und ist nur noch um seine Arbeit besorgt. Um dem Mädchen zu helfen, bringt er sie in die Schule, wo er das Erwachsensein gelernt hat. Im letzten Moment hilft er ihr aber noch, dem zu entkommen und erinnert sich langsam wieder. Der kleine Prinz kehrt nach Hause zurück, auf seine Asteroiden zu seiner Rose (hallo Taschentuch) und das Mädchen nach Hause. Dem alten Mann überreicht es die Geschichte vom kleinen Prinzen in ein Buch gebunden. Hier brachen entgültig alle Dämme und die Tränen flossen nur so dahin. Selbst meine Sitznachbarin verdrückte die ein oder andere Träne.

 

Dieser Film ist eine wunderschöne, rührende Geschichte darüber, wie wichtig es ist, ein wenig vom Kindsein zu bewahren und zu träumen. Eine wunderschöne Erinnerung daran, dass Kinder einfach Kinder sein können dürfen müssen. Dass ein durchgeplantes Leben nicht glücklich macht. Ein Plädoyer für die Fantasie. Ich finde, ganz viele Eltern sollten sich diesen Film einmal ansehen und zu Herzen nehmen.

Ein einziges Manko ist die Stimme des erwachsenen kleinen Prinzen, Verzeihung: von Herrn Prinz. Til Schweiger passt meiner Meinung nach einfach nicht auf diese Rolle. Alles in allem vermag er aber nicht, diesem wundervollen Film seinen Charme zu nehmen.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen goldenen Sternchen und warte sehnsüchtig auf die Veröffentlichung der DVD.

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