Zoomania

Ein neuer Film aus dem Hause Disney. Ein Trailer, in dem man einfach schonmal eine Szene aus dem Film zu sehen bekommt, die sehr amüsant ist (vor allem, wenn man beim Gucken neben einem Beamten sitzt, die hier aufs Korn genommen werden). Da hieß es mal wieder: Familie zusammentrommeln und auf ins Kino.

Da im Vorfeld nur Gutes über den Film zu hören war, waren die Erwartungen dementsprechend hoch an den Film über eine kleine, sehr sympathische Häsin, die es sich in den Kopf gesetzt hat, Polizistin zu werden. Als erster Hase jemals, da sonst nur große und kräftige Tiere diesen Weg beschreiten (dürfen). Die Botschaft zunächst: Für seine Träume kämpfen lohnt sich, auch wenn andere nicht an dich glauben, kannst du es schaffen. Auch wenn es nicht immer einfach sein wird. Außerdem geht es um Vorurteile, in diesem Fall gegenüber Füchsen, später um Raubtiere im generellen. Diese werden ausgenutzt, um Angst zu schüren. Erschreckend nah am Puls der Zeit.

Judy, unser kleines Häschen, träumt schon von Kindesbeinen an davon, Polizistin zu werden und glaubt fest an Zoomania. Wo jeder alles sein kann. Ihre Eltern sind von der Idee nicht begeistert und vom Rest der Welt wird sie belächelt. Trotzdem gibt Judy nicht auf und kämpft sich durch ihre Ausbildung zur Polizistin. Was sie durch ihre Größe nicht schafft, macht sie durch Köpfchen wett. Und schließlich ist sie Jahrgangsbeste und wird nach Zoomania ins Stadtzentrum versetzt. Die anfängliche Begeisterung legt sich schnell, als sie merkt, dass sie von den Kollegen ignoriert wird und vom Chef lediglich als Politesse eingesetzt wird. Doch sie gibt nicht auf nimmt sich vor, den Job so gut zu machen, wie keiner vor ihr und so den Respekt des Chefs zu erlangen. Als ihre Hilfsbereitschaft von einem betrügerischen Fuchs ausgenutzt wird und sie ihm auf die Schliche kommt, bringt sie ihn mit einem Trick dazu, ihr zu helfen, einen Vermisstenfall zu lösen, für den ihr der Chef 48h Zeit eingeräumt hat, oder sie muss kündigen. Judy findet heraus, dass hinter dem Verschwinden von Emmett Otterton viel mehr steckt, als nur ein einfaches Verschwinden. Zusammen mit Nick, dem Fuchs, mit dem sie sich langsam anfreundet, auch weil sie merkt, dass er sich nur so verhält, weil die Welt es so von ihm erwartet, macht sie sich auf, das große Rätsel zu lösen.

Der Film ist mit vielen witzigen Szene gespickt, wobei die meisten bei den Kindern im Saal nicht ankommen und mehr etwas für die erwachsenen Zuschauer sind. Nett waren die Anspielungen auf andere Filme (u.a. eine Anspielung auf den Herzog von Pitzbühl aus der Eiskönigin, der immer als Witzbühl vorgestellt wird, wobei hier der Dialog beinahe komplett übernommen wurde), die Botschaft des Films ist eine, die für Kinder wichtig ist. Dass sie werden können, was sie wollen, wenn sie nur dafür kämpfen und nicht aufgeben, wenn es mal schwierig wird. Wieder aufstehen, wenn das Leben einen auf den Boden zwingt. Sich nicht von Vorurteilen leiten lassen. Dass ein Wolf sich auch im Schafspelz verstecken kann. Leider muss ich sagen, dass diese Botschaft wieder mal bei Kindern nicht ankommt, wenn die Eltern es nicht erklären, hier also ein klarer Apell an alle Eltern: Sprecht mit euren Kindern über das, was sie gucken. Hängen bleibt bei Kindergartenkindern/Schulanfängern lediglich der Spruch “Zoomania- wo du alles sein kannst.”. Ein Kritikpunkt findet sich hier teilweise in der Sprachwahl des Films- muss in einem Film ab Null das Wort “Arsch” vorkommen? Meiner Meinung nach sollte man gerade in solchen Filmen auch auf die Wortwahl achten, denn Kinder schnappen so etwas schnell auf.

Obwohl der Film witzig angelegt war und man durchaus herzhaft lachen kann an einigen Stellen, habe ich das Kino mit einem unguten Gefühl im Magen verlassen. Der Satz “Das mit der Angst funktioniert immer.” hing noch nach. Angesichts der viele Terroranschläge und dem Bürgerkrieg in Syrien, bin ich ins Nachdenken geraten. Und gerade, als ich diese Zeilen schreibe, gibt es Nachrichten von Explosionen am Brüsseler Flughafen. Der Film wirbt für Toleranz und Chancengleichheit, was angesichts der Flüchtlingskrise und der Präsidentschaftswahlen in den USA beinahe überall mehr als aktuell ist.

 

Vielleicht bin ich mit zu hohen Erwartungen in diesen Film gegangen, aber ich fand ihn zwar gut, aber vom Hocker gehauen hat er mich nicht… Ich vergebe 4 von 5 möglichen Goldsternchen.

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