Conni und Co

Wer kennt sie nicht, die Geschichten über Conni. Kinder lieben sie, Eltern sind von diesem immer lieben, zu braven und überhaupt einfach mal alles könnenden Kind mit sehr kostspieligem Lebensstil, den man den eigenen Kindern oft nicht bieten kann, einfach nur genervt. In der Reihe Conni und Co ist Conni schon auf der weiterführenden Schule, also etwas älter als in den ersten Geschichten. Diese sind jetzt verfilmt worden, mit Emma Schweiger als Conni.

Zur Geschichte: Connis Oma läuft ein kleiner Hund zu, den Connis Eltern adoptieren. Leider hat Jacob eine Hundehaarallergie und der Hund muss wieder weg. Wie es sich herausstellt, gehört der Hund dem Direktor von Connis neuer Schule. Der hat das Tier eigentlich nur aus einenm Grund: er will sich mit den Geldern aus der Hundefutterwerbung eine Villa in einer kinderfreien Gegend kaufen. Er mag den Hund nicht, setzt ihn unter Drogen, damit er ruhig ist. Am heißesten Tag des Jahres lässt er das Tier im Auto (Hier nochmal ein dringender Aufruf: Bei Wärme gehören weder Tiere, noch Kinder und auch sonst niemand in diese geparkten Backöfen auf Rädern.). Conni findet ihn, da sonst niemand helfen kann und es dem Hund schon ziemlich schlecht geht, schlägt sie die Scheibe ein und befreit das Tier. Als sie dann herausfindet, wie sehr der Direktor seinen Hund quält, setzt sie alles an eine irrsinnige Befreiungsaktion, für die alle Freunde gebraucht werden, selbst die, mit denen man gerade streitet oder Mitschüler, die man eigentlich gar nicht leiden kann.

Was eine Geschichte über Zusammenhalt und “Einsatz für schwächere” sein soll, ist größtenteils echt schmerzhaft mit anzusehen. Wer Emma Schweiger schonmal auf der Leinwand gesehen hat, weiß dass das arme Kind das Schauspieltalent ihres (natürlich ebenfalls auftretenden) Vaters geerbt hat. Bis auf ein paar Szene am Ende, in denen sie natürlich wirkt, kommt sie ansonsten sehr gekünstelt gerüber und spült ihren Text ein wenig lustlos ab. Ein Lob jedoch an die anderen Kinderdarsteller, die gute bis sehr gute Leistungen vorzeigen können. Die Botschaft kommt am Ende rüber, vor allem, da sie am Ende per voice over laut ausgesprochen wird, wird aber auf teils fragwürdige Weise vermittelt.

Schlimmer aber noch finde ich den Umgangston/ die Umgangssprache, die in diesem (übrigens mit einem ‘pädagogisch wertvoll’- Prädikat versehenen) Film herrscht. Wer auf der Suche nach einem Trinkspiel ist, bei dem zur Mitte des Films auf jeden Fall jeder besoffen auf dem Kinoboden liegt, der möge jedes Mal, wenn die Worte “Arschloch”, “scheiße”, “verdammt” oder “kack” fallen, einen trinken. Funktioniert wahlweise auch mit “immer, wenn Conni diesen einen seltsamen Gesichtsausdruck hat” (wer den Film gesehen hat, weiß was ich meine) oder bei jeder Erwähnung oder Anspielung auf Herr der Ringe (vielen Dank an Wer-auch-immer-sich-das-ausgedacht-hat, ich hoffe, ich kann HdR jemals wieder gucken, ohne dass in meinem Kopfkino eine Emma Schweiger winkt).

Die ursprünglichen Conni-Bücher gehören nicht unbedingt zu meinen Top Ten Kinderbüchern (Gründe oben habe ich genug angeführt), aber ich hasse sie auch incht genug, um sie mir mit diesem Film kaputt zu machen. Ich muss zugeben, dass ich die Bänder zu Conni und Co nicht kenne, aber wenn Conni mit 10 noch so ist mit 5 und ihre Eltern nicht in der Zwischenzeit von Aliens entführt wurden, dann hat die Film-Conni mit der aus den Büchern nicht mehr viel zu tun, ebensowenig wie der Rest der Familie. Aber das gilt für viele Buchverfilmungen, deswegen vernachlässige ich den Punkt mal.

“Für einen deutschen Film gar nicht mal so schlecht.”, hörte ich nach dem Film im Kino jemanden sagen. Ich würde sagen, wer eine Grundlage für ein Trinkspiel sucht oder schon immer mal einem Terrier zugucken wollte, der gefühlte fünf Minuten lang das künstliche Haarteil seines verhassten Herrchens anpinkelt, der ist hier genau richtig.

1,5 (mindestens einer davon für die zum Großteil doch sehr guten Kinderdarsteller) von 5 möglichen Sterchen.

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