Die schwarzen Juwelen- Dunkelheit by Anne Bishop

Nach einer Empfehlung habe ich schon vor längerer Zeit mal dieses Buch gekauft, habe aber nie angefangen zu lesen. Teilweise, weil es Neuerscheinungen gab, die nicht warten konnten (der gemeine Bücherjunkie kennt das. Bücher von Lieblingsautoren müssen noch am Erscheinungstag mindestens zur Hälfte gelesen werden.), teils weil es wieder mal der Beginn einer Reihe ist. Ich habe mich noch nicht getraut, in Erfahrung zu bringen, wie viele Teile ich mir jetzt noch anschaffen muss…

 

Das Buch an sich ist zu Beginn sehr verwirrend, aber auch sehr sehr gut geschrieben. Ich habe erstmal über das fehlende Verständnis hinweggelesen. Der Leser wird ohne große Erklärungen mitten in eine magische Welt hineingeworfen. Die Verwirrung legt sich aber mit der Zeit, das mitreißende Gefühl des Textes bleibt. Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Mädchens, das über ungeahnt große Fähigkeiten verfügt und dem nun das Schicksal droht, zum Spielball anderer zu werden, womit die Zukunft des gesamten Reiches auf dem Spiel steht. Oder so ähnlich. Erzählt wird die Geschichte aber fast nur aus Sichtweise zweier Männer, die dieses Mädchen völlig unabhängig voneinander beschützen wollen. Einer von ihnen ist der Höllenfürst Saetan SaDiablo, der andere ist Daemon Sadi, ein Kriegerprinz, der weithin als Hure von Hayll bekannt ist.

 

Wie bereits gesagt wird die Geschichte wunderbar erzählt und die Fragezeichen, die der Leser zu Beginn auf der Stirn haben mag, werden nach und nach ausradiert und man findet sich von Seite zu Seite besser in dieser faszinierenden Welt zurecht. Die Seiten blättern sich quasi von selbst um. Die Geschichte selbst ist ebenfalls mitreißend, nicht immer vorhersagbar und die Charaktere wachsen einem doch sehr ans Herz. Jedoch ist dieses Buch nichts für schwache Nerven. Ich selbst kann mit grausamen Geschichten in Büchern recht gut umgehen, diese Bücherwelt hingegen, gerade das Ende dieses Bandes, hat mich nicht unerschüttert zurückgelassen. (Es geht um Folter, Vergewaltigung und Kindesmisshandlung.)

 

Nach dem Ende von Teil eins möchte ich eigentlich direkt weiterlesen und wissen, wie es weitergeht, denn wenn Teil zwei so gut ist wie dieser, kann man sich nur darauf freuen.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen.

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Findet Dorie

Eigentlich wollte ich Findet Dorie gar nicht sehen. Zweite Teile von Filmen, die eigentlich nur auf einen Teil ausgelegt sind, sind ja meistens nicht sehr überzeugend, deswegen sehe ich schon mit Horror dem wohl kommenden nächsten Teil von Die Eiskönigin entgegen. Nach einem überragenden ersten Teil kann das eigentlich nur in die Hose gehen. Aber bleiben wir beim aktuellen Disney Film.

Erst suchte Marlin zusammen mit Dorie nach seinem Sohn. Jetzt sucht er mit seinem Sohn nach Dorie, die nach ihrer Familie sucht. Klingt sehr repetitiv, mag es vielleicht auch sein, aber es werden ganz herrliche neue Charaktere eingeführt und man lernt das Trio nocheinmal neu kennen, verliert aber auch alte Bekannte nicht aus den Augen. Es gibt ein Wiedersehen mit Crush und eine Szene nach dem Abspann (also bitte sitzenbleiben!), die Einblick in das Schicksal anderer alter Bekannter gibt. Kurz und gut: Der Film ist mehr ls gelungen. Allerdings mit Einschränkungen. So sehr ich auch lachen musste, die Kinder im Kinosaal verstehen vieles einfach noch nicht, vor allem nicht, wenn sie Findet Nemo nicht kennen. Der Humor ist viel einfach für Erwachsene gemacht. Ein Kind, das in der Reihe vor mir saß, klammerte sich während und nach dem Film immer mehr an die Mama, weil es durch die Tatsache, das der kleine blaue Fisch seine Eltern so lange verloren hatte, so sehr erschüttert war. Andere Kinder waren einfach nur froh, dass (Achtung, Spoiler) Dorie (natürlich) ihre Eltern findet(, immerhin sind wir hier bei Disney).

 

Am meisten im Gedächtnis geblieben ist mir natürlich der Octo… Entschuldigung, der Septopus. Seine Figur hat meinen Humor genau getroffen und ist einfach herrlich. Aber sämtliche Figuren sind wundervoll gemacht und wir lernen viel über Dorie, die das alles auch erst über sich lernen muss. Wo komme ich her, woher kann ich walisch und woher zur Koralle weiß ich eigentlich, dass ein Oktopus drei Herzen hat? Dorie erinnert sich Stück für Stück immer mehr an ihre Eltern und an ihre Kindheit und auch andere Figuren lernen, dass sie vielleicht über ihren Schatten springen müssen, um zu sich selbst und zu ihrem Glück zu finden. Marlin lernt, dass er vielleicht nicht immer alles genau abwägen sollten, sondern vielleicht sich einfach mal fragen sollte: “Was würde Dorie tun?” und es einfach tun. Nette kleine Details, wie zum Beispiel das Bild von der kleinen, zahnspangentragenden, fischtötenden Marla in der Quarantänestation zwischen dem ganzen Papierwust an der Wand, spielen auf den Vorgängerfilm an, ich habe bestimmt noch einiges übersehen.

 

Ich bin mit einem sehr positiven Gefühl aus diesem Film herausgegangen, muss allerdings, wie oben schon angeführt, darauf hinweisen, dass dies mal wieder eher ein Film für Erwachsene ist, der sich als Kinderfilm tarnt.

Ich gebe 4,5 von 5 möglichen Sternchen.