Findet Dorie

Eigentlich wollte ich Findet Dorie gar nicht sehen. Zweite Teile von Filmen, die eigentlich nur auf einen Teil ausgelegt sind, sind ja meistens nicht sehr überzeugend, deswegen sehe ich schon mit Horror dem wohl kommenden nächsten Teil von Die Eiskönigin entgegen. Nach einem überragenden ersten Teil kann das eigentlich nur in die Hose gehen. Aber bleiben wir beim aktuellen Disney Film.

Erst suchte Marlin zusammen mit Dorie nach seinem Sohn. Jetzt sucht er mit seinem Sohn nach Dorie, die nach ihrer Familie sucht. Klingt sehr repetitiv, mag es vielleicht auch sein, aber es werden ganz herrliche neue Charaktere eingeführt und man lernt das Trio nocheinmal neu kennen, verliert aber auch alte Bekannte nicht aus den Augen. Es gibt ein Wiedersehen mit Crush und eine Szene nach dem Abspann (also bitte sitzenbleiben!), die Einblick in das Schicksal anderer alter Bekannter gibt. Kurz und gut: Der Film ist mehr ls gelungen. Allerdings mit Einschränkungen. So sehr ich auch lachen musste, die Kinder im Kinosaal verstehen vieles einfach noch nicht, vor allem nicht, wenn sie Findet Nemo nicht kennen. Der Humor ist viel einfach für Erwachsene gemacht. Ein Kind, das in der Reihe vor mir saß, klammerte sich während und nach dem Film immer mehr an die Mama, weil es durch die Tatsache, das der kleine blaue Fisch seine Eltern so lange verloren hatte, so sehr erschüttert war. Andere Kinder waren einfach nur froh, dass (Achtung, Spoiler) Dorie (natürlich) ihre Eltern findet(, immerhin sind wir hier bei Disney).

 

Am meisten im Gedächtnis geblieben ist mir natürlich der Octo… Entschuldigung, der Septopus. Seine Figur hat meinen Humor genau getroffen und ist einfach herrlich. Aber sämtliche Figuren sind wundervoll gemacht und wir lernen viel über Dorie, die das alles auch erst über sich lernen muss. Wo komme ich her, woher kann ich walisch und woher zur Koralle weiß ich eigentlich, dass ein Oktopus drei Herzen hat? Dorie erinnert sich Stück für Stück immer mehr an ihre Eltern und an ihre Kindheit und auch andere Figuren lernen, dass sie vielleicht über ihren Schatten springen müssen, um zu sich selbst und zu ihrem Glück zu finden. Marlin lernt, dass er vielleicht nicht immer alles genau abwägen sollten, sondern vielleicht sich einfach mal fragen sollte: “Was würde Dorie tun?” und es einfach tun. Nette kleine Details, wie zum Beispiel das Bild von der kleinen, zahnspangentragenden, fischtötenden Marla in der Quarantänestation zwischen dem ganzen Papierwust an der Wand, spielen auf den Vorgängerfilm an, ich habe bestimmt noch einiges übersehen.

 

Ich bin mit einem sehr positiven Gefühl aus diesem Film herausgegangen, muss allerdings, wie oben schon angeführt, darauf hinweisen, dass dies mal wieder eher ein Film für Erwachsene ist, der sich als Kinderfilm tarnt.

Ich gebe 4,5 von 5 möglichen Sternchen.

Purgatory Con 2015

Am 6.6. und 7.6.2015 fand im Düsseldorfer Hilton Hotel die erste Purgatory Convention statt. Als Supernatural Fan, der nicht die Möglichkeit hat, zu Conventions nach Italien, England oder in die USA zu fliegen, musste ich da natürlich hin- meine erste Convention war in Sicht. Nach allem, was ich bisher an Reviews gelesen habe, muss ich jetzt auch mal meinen Senf mal dazu abgeben.

(Hier aufgeführte Negativpunkte bitte konstruktiv auffassen und nicht als Niedermache- aus Fehlern lässt sich lernen)

Die Location Das Düsseldorfer Hilton Hotel. Was soll ich sagen? Die Räumlichkeiten waren für die Convention sicherlichen nicht die schlechtesten. Da ich nicht weiß, wie es auf anderen Cons aussieht, kann ich hier nur meine Eindrücke schildern.

Als Inhaberin eines VIP Tickets, hatte ich bei den Panels einen Sitzplatz in der ersten Reihe sicher. Was auch ein Segen war, denn ich habe gehört, dass weiter hinten oft nicht alles Gesagte ankam und man auch die Stars nicht unbedingt sehen konnte. Gut, dass es wenigstens eine Leinwand gab, auf der man von weiter hinter wenigstens etwas mitbekam.

Einige anreisende Fans wurden sehr überrascht als ihre Hotelrechnung zunächst höher ausfiel, als angenommen. Das Hilton nimmt nämlich eine Kaution für das Zimmer.

Wer mit dem Auto anreiste, konnte als Con Teilnehmer zu einem ermäßigten Preis das Auto abstellen, nämlich zu 15€. Der normale Preis liegt wohl bei 23€/Tag. Mit Bus und Bahn ist das Hotel auch super zu erreichen, allerdings sollte man sich Verpflegung mitbringen, denn das Hotel liegt gefühlt “Mitten im Nirgendwo”. Viele hatten angenommen, man könne man eben in den Supermarkt nebenan, den es so aber nicht gab. (Nachtrag: Den einfach viele wohl nicht gefunden haben, es soll einen mit 5Minuten Gehweg geben)

Das Hotel bat extra für uns einige Kleinigkeiten zu Essen an, zB Kartoffelsuppe, Pizza, Brezeln, Sandwiches und Kuchen. Bei den Preisen und Portionen (und leider auch der Qualität) verging einem dann leider der Appetit. Ich selber habe die Brezeln probiert und die Pizza probiert. Die Mini Pizzen (3Stück für 4,50€) machen dem “Mini” alle Ehre und füllen gerade mal den sprichwörtlichen hohlen Zahn. Dazu warmgehalten und labberig. Was gut aussah, auch von der Portionsgröße her, war die Kartoffelsuppe, die ich leider nicht probieren konnte, die aber sehr beliebt schien. Nachdem man den ganzen Tag nur Wasser getrunken hat, wollten wir uns einen Tee gönnen, an “unserer” Bar für 2,5€ die Tasse zu haben. Leider wurde diese Bar geschlossen und man verwies uns an die reguläre Bar. Wo man für zwei Tassen Tee auf einmal 11€ von uns haben wollte. Ja, das Hilton ist hochpreisig, aber als Normalsterblichem bleibt einem da schon kurz die Spucke weg.

An dieser Stelle ein Lob für das kulante und freundliche Personal. Man hört oft, dass Convention Gäste in diesen Hotels wie Gäste zweiter Klasse behandelt werden, das ist bei mir persönlich nie angekommen.

Stars, Panels und Stimmung Die Stimmung auf der Con war… WOW!

Waren erst alle ein wenig enttäuscht darüber, dass Rachel Miner noch kurzfristig absagte, so fand man mit Kim einen mehr als würdigen “Ersatz”. Sämtliche Stargäste (Misha Collins, Travis Aaron Wade, Kim Rhodes, Mark Pellegrino und Osric Chau) waren einfach nur großartig, auch im Kontakt zu den Fans. Vor allem Travis ließ es sich nicht nehmen, zwischen seinen Programmpunkten mit uns zu sprechen und Umarmungen zu verteilen. Misha hat sich auch sofort, als er hörte, dass seine Autogramme und Fotos ausverkauft waren, bereit erklärt, mehr zu machen. So viele er kann. Thank you, guys!!

Die Panels waren witzig, spritzig, je nach Stargast mal mehr mal weniger. Schade war es, dass es nur ein einziges Doppelpanel (Kim und Osric) gab. Alles andere waren Einzelpanels. Wie man bei Osric und Kim, sowie auch im Abschlusspanel sehr schön sehen konnte, entwickelt sich bei mehreren Personen auf der Bühne ein wunderschön zu beobachtendes Eigenleben an dem auch die Stargäste ihren Spaß hatten.

Der Cosplay Contest. Nette Idee, tolle Kostüme dabei (mit wenigen Ausnahmen…). Leider wusste keiner der Teilnehmer, was auf der Bühne von ihnen erwartet wurde. Dazu muss ich aber sagen, dass ich die Platzierungen nicht ganz nachvollziehen konnte. Nicht, dass die Gewinner nicht verdient gewonnen hätten, um Gottes Willen, die Kostüme waren spitze. Aber Platz 1 hatte quasi einen Zwilling auf der Bühne, der leer ausging. Die beiden, die Rowena und Crowley gecosplayed haben, waren als Team unterwegs, als Sieger genannt wurde aber nur einer der beiden.

Ein dickes Minus gibt es (nicht nur von meiner Seite aus) für den Moderator. Er mag ja schon viele Hollywoodstars interviewt haben, aber sein Englisch verrät das eindeutig nicht. Auch seine Art der Moderation kam bei der Mehrheit des Publikums (mit dem ich mich unterhalten habe) nicht an. Auch wenn es wohl einige gab, die sich auch von ihm ein Autogramm geholt haben.

Weiterhin muss man anmerken, dass auch bei den Panels der Staff hätte regulierend eingreifen sollen. Viele, die ans Mikrofon traten, verkündeten als erstes, sie hätten mehrere Fragen. Ich kann es nachvollziehen- der Lieblingsschauspieler steht auf der Bühne, man hat die einmalige Chance, ihn etwas zu fragen. Sich für eine Frage zu entscheiden, ist schwer. ABER anderen Fans geht es genauso. Wer hier mehrere Fragen stellt oder gar nach Umarmungen fragt, die auch Zeit kosten, der nimmt anderen Fans genau diese Chance.

Dass das Filmen während der Panels so strikt verboten wurde, fanden viele Fans extrem schade. Gerade das Video wäre ein super Andenken und würde, so denn veröffentlicht, auch andere Fans der Serie ermutigen, an einer Con teilzunehmen. Ohne entsprechende Videos wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, eine Convention zu besuchen.

Das VIP Meet und Greet fand zwischen Autogramm Stunden und KaraokeParty statt. Die VIPs wurden auf Tische aufgeteilt, zwischen denen sie Stargäste nach einen Zeitplan wechselten. Fast ein wenig wie Speed Dating. Jeder bekam ein Getränk (Hugo oder Orangensaft) und dann hatte jeder Tisch ca 10 Minuten mit jedem Star. An unserem Tisch war die Stimmung dabei super und auch an den anderen Tischen muss es großartig gewesen sein. Travis und Osric konnten sich sogar einige Namen merken, was die betreffenden Fans natürlich in Hochstimmung versetzte.

Die Stimmung unter den Fans… Ich war sprachlos. Mit (fast) jedem konnte man sich sofort gut unterhalten, jeder war sofort hilfsbereit. Es heißt nicht umsonst SPNfamily. Ein dickes DANKE an alle anwesenden Fans für diese großartige Stimmung!

Der Veranstalter Jetzt kommt der Punkt, wegen dem ich mich entschlossen habe, diesen Eintrag so zu verfassen. Der Veranstalter kommt bei mir leider leider nicht gut weg. Immer wieder musste man von Fans hören, die patzige Antworten auf verständlicherweise gestellte Fragen bekamen oder sich online anpöbeln lassen mussten. Veranstaltungen dieser Art sind meiner Meinung nach ein Service. Für die Fans. Der in diesem Fall von diesen ja auch noch teuer bezahlt wurde. Egal, wie “nervig” einem ein Kunde wird, patzig werden sollte man nicht. Darf man nicht. Punkt.

Die Organisation… Alle Attendees wissen, was ich meine, wenn ich nur “Fotoausgabe” sage. Die Fotos mit den Stargästen wurden im Laufe des Tages ausgelegt. An der Registration. Vor der Garderobe. Völligst unsortiert. Natürlich bildeten sich Menschenmassen davor. Weil dann irgendwann der Platz ausging um Fotos auszulegen, fing man irgendwann an, diese einzeln hochzuhalten. Wer sich sah, konnte ja schreien. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit, kam man nach zig Hinweisen doch noch auf die Idee, die Bilder wenigstens nach Stars zu sortieren.

Als ich ging um meine VIP Überraschung an der Registration abzuholen (wo auch die Fotos auslagen), schickte man mich erst von rechts nach links zur Garderobe. Wo die Misha- Bilder lagen. Und Menschen an ihre Garderobe wollten. Als ich an der Reihe war, war man ganz überrascht. Die Überraschungen gäb es doch rechts. Nach kurzem Hin und Her hatte ich meine Überraschung (die übrigens rechts zu finden war).

Ich könnte jetzt noch etwas über das Anstellen und die Schlangen vor dem Fotostudio schreiben, aber aus dem samstäglichen Chaos mit zwei Schlangen zur selben Tür hin, hat man offensichtlich schon gelernt und es Sonntag etwas besser gehandhabt.

Der Staff an sich… Es gab Mitarbeiter, die auf Fanfragen generell leicht genervt reagierten. Es gab den ein oder anderen Mitarbeiter, der immer freundlich war und bemüht, es für alle möglichst angenehm zu gestalten.

Die Preise, mit anderen Conventions verglichen, sind nicht gerade günstig. Ich habe die Preise nicht mehr alle im Kopf, aber wer ein Foto mit allen Stargästen haben wollte, zahlte lustige 200€, für ein Foto mit Osric waren es 40€ (im VVK waren 35€), je Autogramm waren es 25-35€. Lagen die Preise für die Fotos zwischen 30 und 200€, muss man im Anschluss, will man nicht nur den Ausdruck haben, je JPEG nochmal lustige 3€ bezahlen.

Travis war auf der Con nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil er ständig greifbar war. Immer ein Lächeln auf den Lippen, immer ansprechbar, immer für eine Umarmung zu haben. Dem Veranstalter passte das wohl nicht, denn Samstag Abend wurde Travis gebeten, das ganze ein wenig zurückzufahren. Er hat wohl entgegnet, dass nicht in seinem Vertrag steht, dass er sowas nicht darf und wenn sie es ihm verbieten wollten, käme er nicht wieder. Auf Twitter ließ er verlauten, dass es für die zweite Ausgabe nächstes Jahr wohl nicht gut aussehe. Dazu hört man, dass der Veranstalter die Stars wohl stärker abschirmen lassen will nächstes Jahr.

Den Vogel abgeschossen hat der Veranstalter damit, dass nachträglich irgendwann im Laufe des Vorverkaufs die Bedingungen für die Goldtickets geändert wurden. Special Guest waren nicht mehr enthalten. Hieß: Wer ein Goldticket hatte und ein Foto oder Autogramm vom Misha wollte, durfte neuerlich bezahlen, obwohl man beim Kauf davon ausgegangen war, dass ALLE Stargäste inklusive seien.

Fazit Ein tolles Wochenende mit Super Stimmung und großartigen Star-Fan-Begegnungen. Es wird aber wohl eine erste und letzte Convention mit Entertainment Events gewesen sein, da die Preise für nächstes Jahr ordentlich angehoben wurden (Standard Ticket statt 109 jetzt 169€, ja es sind mehr Leistungen drin, aber zB die Party Samstag Abend wurde auch rausgenommen und kostet jetzt extra) und ich mich bei diesem Veranstalter persönlich nicht wohlgefühlt habe.